Hallo,
Heute ist Dienstag und ich bin traurig. Heute spüre ich es wirklich.
Also am Sonntag ist mein Großvater verstorben. Das war im ersten Moment des Hörens ein Schreck und dann nur traurig. Eine zarte dauerhafte Grundtraurigkeit hat sich bei mir eingeschlichen, die mich immer fester umarmt.
Aber was genau macht mich so traurig?
Ist es wirklich der Tod meines Opas?
Was hat das mit mir zu tun?
Was ist der Teil meiner Geschichte, der mich so traurig macht?
Ist es der Tod an sich?
Heute habe ich erlebt, wie ein kleines Mädchen versucht hat, sich selbst den Tod zu erklären.
Ich fand es spannend und gleichzeitig fiel mir auf, wie unwissend wir eigentlich sind.
Wir verlieren einen Menschen. Unwiederbringlich. Es gibt ab sofort keine Chance mehr mit diesem Menschen zu sprechen, ihn etwas zu fragen oder ihm zu versichern, wie gern wir ihn hatten.
Im Grund trauern wir doch um unsere verpassten Gelegenheiten. Um unseren Verlust, diesen Menschen ab jetzt nicht mehr um uns zu wissen. Ist Trauer egoistisches Wimmern?
Heute jonglieren die verrücktestden Ideen dazu in meinem Kopf. Weshalb ist es denn so traurig?
Wir werden geboren, wir leben, wir sterben.
Das eint uns mit allem Lebendigen.
Trauere ich um eine Pflanze, die vertrocknete und stirbt, weil ich mich nicht gekümmert habe?
Trauere ich um ertränkte Fliegen in einer Kaffeetasse?
Hm...
Wo ist der Unterschied? Tod sind alle gleichermaßen. Alle nehmen nicht länger Teil am Leben. Aber sie gehörten nicht in mein emotionales Leben. Vielleicht ist das der Unterschied.
Ich hatte nur diesen einen Opa. Jetzt ist er weg. Mir ist etwas weg genommen worden und das ist möglicherweise das traurige Gefühl. Der Verlust.
Interessant ist, dass mein Opa bis zu letzt fröhlich war. Freundlich und lebensbejahend. Er hatte vor zwei Wochen gesagt, es reicht. Er hätte wirklich keine Lust mehr. Er möchte jetzt gehen.
Ich habe ihm in die gräulich überzogenen Augen geblickt und gelächelt. Klar. Es war okay. Irgendwann gehört der Tod zum Leben dazu.
Es wird gut sein, dass wusste ich in diesem Moment, als wir uns mit den Augen umarmten.
Und doch bin ich in einer Traurigkeit gefangen, die mich fast lähmt. Weshalb ist das so?
Was bedrückt mich denn nur so?
Ist es meine eigene Unfähigkeit mit dem Sterben umzugehen? Habe ich vielleicht Angst vor dem eigenen Tod?
Ich atme in diesen Gedanken hinein. Schon den ganzen Tag. Ich weiß es wirklich nicht. In den letzten Monaten hatte ich häufig so ein aufblitzendes Wirr-warr in mir. Manchmal kam eine ergebende, schlappe Worthülse herausgesprungen. Ach wäre ich doch nicht mehr hier, dann wäre alles gut.
Ist das nicht erschreckend? In der größten Verzweiflung wünsche ich mir gestorben zu sein. Aber wenn jemand real stirbt, der sich das auch wünscht - dann bin ich traurig?
Ein ungreifbares Thema. Dieses Tod-sein.
Obwohl der Zustand des Seins wahrscheinlich himmlisch friedlich ist. So wie die Stimmung auf einem Friedhof an einem sommerlichen Tag. Vögel zwitschern, Blumen blühen. Bienen summen. Alles ruht friedlich in einer bunten Vielfalt.
Was macht uns nur so traurig am Tod?
Was ist es, was mich so traurig sein läßt?
Ich weiß es einfach nicht.
vielleicht weiß ich morgen mehr...
Adieu
Das Buch zum Blog
Dieser Blog ist eine intime Autobiografie der 34-jährigen Protagonistin des gleichnamigen Buches: "ich-kinderlos.de".
Das Buch ermöglicht Einblicke in das Leben dieser jungen Frau. Sie nimmt sich an einem traurigen Sonntag im Juli vor: innerhalb von 30 Tagen etwas dauerhaftes, etwas bleibendes zu erschaffen. Sie ist kinderlos und hat kaum noch Familie. Was bleibt, wenn sie von dieser Erde geht?
Eine spanndende Reise durch Selbsterkenntnis und Motivation. Ob es ihr gelingt?
Dieses Buch nimmt ab August 2017 am Amazon.de Kindle Storyteller Wettbewerb teil.
Empfohlener Beitrag
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Dienstag, 11. Juli 2017
Montag, 10. Juli 2017
Tag 2 / 30 - mein Vertrag mit mir selbst
Hallo,
ich möchte heute mein Vorhaben in die Welt senden.
Dies wird ein zeitlich begrenzter Blog, eine Art Tagebuch für mich werden.
Ich werde 30 Tage lang dokumentieren, was in mir vorgeht.
Gestern ist mein Großvater gestorben. Mein Lieblingsopa. Ehrlich gesagt: er war der einzige Opa, den ich jemals kennengelernt habe.
Seit gestern beschäftigt mich die Frage. Was bleibt, wenn wir gehen?
Mein Opa hatte ein erfülltes Leben. Jedenfalls hat er mir das in den letzten Wochen ständig versichert.
Was ist die Formel für ein erfülltes Leben?
Was bleibt, wenn keine eigenen Kinder da sind?
Ich werde selbst keine eigenen Kinder bekommen. So viel steht fest.
Was bleibt, wenn ich gehe?
Aus dieser Überlegung heraus schließe ich heute diesen Vertrag mit mir selbst ab.
Innerhalb von 30 Tagen möchte ich heraus finden, was ich der Welt zu geben habe.
Wofür ist es gut, dass es mich gibt?
Heute ist Tag 2 von 30.
Ich verspreche mich emotional auf alles einzulassen, was mir innerhalb dieser 30 Tage widerfährt.
Vielleicht weiß ich morgen schon mehr
Adieu
ich möchte heute mein Vorhaben in die Welt senden.
Dies wird ein zeitlich begrenzter Blog, eine Art Tagebuch für mich werden.
Ich werde 30 Tage lang dokumentieren, was in mir vorgeht.
Gestern ist mein Großvater gestorben. Mein Lieblingsopa. Ehrlich gesagt: er war der einzige Opa, den ich jemals kennengelernt habe.
Seit gestern beschäftigt mich die Frage. Was bleibt, wenn wir gehen?
Mein Opa hatte ein erfülltes Leben. Jedenfalls hat er mir das in den letzten Wochen ständig versichert.
Was ist die Formel für ein erfülltes Leben?
Was bleibt, wenn keine eigenen Kinder da sind?
Ich werde selbst keine eigenen Kinder bekommen. So viel steht fest.
Was bleibt, wenn ich gehe?
Aus dieser Überlegung heraus schließe ich heute diesen Vertrag mit mir selbst ab.
Innerhalb von 30 Tagen möchte ich heraus finden, was ich der Welt zu geben habe.
Wofür ist es gut, dass es mich gibt?
Heute ist Tag 2 von 30.
Ich verspreche mich emotional auf alles einzulassen, was mir innerhalb dieser 30 Tage widerfährt.
Vielleicht weiß ich morgen schon mehr
Adieu
Sonntag, 9. Juli 2017
Tag 1 / 30 - Begrüßung
Hallo,
mein Name ist Dora Nora Fabian. Ich bin 34 Jahre alt.
Ich starte diesen Blog um mein Leben zu dokumentieren.
Wozu?
Das weiß ich jetzt gerade auch nicht, aber ich muss es tun.
Ich muss einfach anfangen irgendwas zu tun.
Ich starte jetzt. Ich starte heute. Ich tue es einfach. Jetzt.
Vielleicht weiß ich morgen mehr.
Adieu
mein Name ist Dora Nora Fabian. Ich bin 34 Jahre alt.
Ich starte diesen Blog um mein Leben zu dokumentieren.
Wozu?
Das weiß ich jetzt gerade auch nicht, aber ich muss es tun.
Ich muss einfach anfangen irgendwas zu tun.
Ich starte jetzt. Ich starte heute. Ich tue es einfach. Jetzt.
Vielleicht weiß ich morgen mehr.
Adieu
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