Hallo,
mein Vater bemerkte heute morgen sehr verschlafen, er sei ab jetzt ein Blitz-Opa.
Über Nacht sei er zu einem Großvater geworden. So-zu-sagen.
Es war wirklich lustig, ihn so stolz mit dem Baby auf dem Arm zu beobachten.
Wir sprachen lange über die Vor- und Nachteile, die ein so intensiver Job mit sich bringt.
Beide glauben aber auch, dass es der richtige Job für mich sei. Es könnte passen.
Was habe ich zu verlieren?
Was kann ich gewinnen?
Es steht noch in den Sternen, wie es weiter geht.
Eine Sternschnuppe reicht mir heute Nacht. 🌠
Ich wünsche mir, dass sich das Passende für mich ergibt. Beruflich und privat.
Dankeschön.
Bis morgen
Adieu
Das Buch zum Blog
Dieser Blog ist eine intime Autobiografie der 34-jährigen Protagonistin des gleichnamigen Buches: "ich-kinderlos.de".
Das Buch ermöglicht Einblicke in das Leben dieser jungen Frau. Sie nimmt sich an einem traurigen Sonntag im Juli vor: innerhalb von 30 Tagen etwas dauerhaftes, etwas bleibendes zu erschaffen. Sie ist kinderlos und hat kaum noch Familie. Was bleibt, wenn sie von dieser Erde geht?
Eine spanndende Reise durch Selbsterkenntnis und Motivation. Ob es ihr gelingt?
Dieses Buch nimmt ab August 2017 am Amazon.de Kindle Storyteller Wettbewerb teil.
Empfohlener Beitrag
Tag 1 / 30 - Begrüßung
Hallo, mein Name ist Dora Nora Fabian. Ich bin 34 Jahre alt. Ich starte diesen Blog um mein Leben zu dokumentieren. Wozu? Das weiß i...
Sonntag, 6. August 2017
Samstag, 5. August 2017
Tag 28 / 30 - Geständnis
Hallo,
heute bin ich mit dem Baby zu meinen Eltern gefahren. Ich hatte sie nicht vorab über die Neuigkeit informiert.
Sie waren sehr überrascht.
Obwohl sie genauso überrumpelt wirkten, wie ich in der Nacht, als der Storch zu mir kam, reagierten sie sehr positiv auf das Baby.
Wir haben viel gelacht und erzählt.
Meine Mutter genoß es das Mädchen zu baden und es singend durch das Haus zu tragen, während mein Vater und ich Kisten in den Bus stapelten.
Heute Nacht wollte ich hier schlafen. Dem Baby ist es mit Sicherheit egal, wo es schläft, solange es regelmässig etwas zu futtern gab.
Ich bin so ergriffen auf welch liebevolle Art meine Eltern mit dem fremden Baby umgegangen sind.
Vielleicht genießen sie es auch so wie ich.
Das Geschenk eines unbestimmten Zeitraumes mit einem Baby.
Wir werden jetzt schlafen.
Meist schafft sie es von abends um 21:00 Uhr bis morgens gegen halb fünf. Dann ist der Hunger ein lautstarker Weckruf.
Ich bin müde,
bis morgen
Adieu
heute bin ich mit dem Baby zu meinen Eltern gefahren. Ich hatte sie nicht vorab über die Neuigkeit informiert.
Sie waren sehr überrascht.
Obwohl sie genauso überrumpelt wirkten, wie ich in der Nacht, als der Storch zu mir kam, reagierten sie sehr positiv auf das Baby.
Wir haben viel gelacht und erzählt.
Meine Mutter genoß es das Mädchen zu baden und es singend durch das Haus zu tragen, während mein Vater und ich Kisten in den Bus stapelten.
Heute Nacht wollte ich hier schlafen. Dem Baby ist es mit Sicherheit egal, wo es schläft, solange es regelmässig etwas zu futtern gab.
Ich bin so ergriffen auf welch liebevolle Art meine Eltern mit dem fremden Baby umgegangen sind.
Vielleicht genießen sie es auch so wie ich.
Das Geschenk eines unbestimmten Zeitraumes mit einem Baby.
Wir werden jetzt schlafen.
Meist schafft sie es von abends um 21:00 Uhr bis morgens gegen halb fünf. Dann ist der Hunger ein lautstarker Weckruf.
Ich bin müde,
bis morgen
Adieu
Freitag, 4. August 2017
Tag 27 / 30 - Familienrat
Hallo,
heute also.
Die Mutter wird gegen Mittag eintreffen.
Alle Kinder sind nun auf dem Weg in zwei Wochen Ferien außerhalb der Wohngruppe.
Ich bin allein. Mit dem Baby.
Es saugt wie magnetisch meine Nähe an. Überall beobachte ich den sanften Schlaf und die ruckartigen Bewegungen von Armen und Beinen.
Inzwischen sind wir gut ausgestattet. Babytelefon, Kinderschale für das Auto, Kinderwagen, Reisebettchen und vielen Spielsachen. Windeln mußte ich gestern selber besorgen. Wahnsinn, was das kostet. Das Breipulver und saubere Fläschchen gab es ebenfalls neu.
Wie kann ein Baby überhaupt von irgend jemanden vernachlässigt werden? Wer macht denn sowas?
Ich bin zur Zeit kritisch und nervös vor dem Besuch der Mutter und dem Sozialarbeiter. Irgendwie ängstigt mich die Vortsellung, sie würde ihr Kind einfach wieder mit nehmen.
Ich weiß nicht was passiert,
ich habe null Einfluss.
Egal, was passiert,
ich bin bereit
Adieu
heute also.
Die Mutter wird gegen Mittag eintreffen.
Alle Kinder sind nun auf dem Weg in zwei Wochen Ferien außerhalb der Wohngruppe.
Ich bin allein. Mit dem Baby.
Es saugt wie magnetisch meine Nähe an. Überall beobachte ich den sanften Schlaf und die ruckartigen Bewegungen von Armen und Beinen.
Inzwischen sind wir gut ausgestattet. Babytelefon, Kinderschale für das Auto, Kinderwagen, Reisebettchen und vielen Spielsachen. Windeln mußte ich gestern selber besorgen. Wahnsinn, was das kostet. Das Breipulver und saubere Fläschchen gab es ebenfalls neu.
Wie kann ein Baby überhaupt von irgend jemanden vernachlässigt werden? Wer macht denn sowas?
Ich bin zur Zeit kritisch und nervös vor dem Besuch der Mutter und dem Sozialarbeiter. Irgendwie ängstigt mich die Vortsellung, sie würde ihr Kind einfach wieder mit nehmen.
Ich weiß nicht was passiert,
ich habe null Einfluss.
Egal, was passiert,
ich bin bereit
Adieu
Donnerstag, 3. August 2017
Tag 26 / 30 - Schockverliebt
Hallo,
es ist immer noch unfassbar. Ich betreue ein Baby. Vier Monate alt.
Wir haben gestern alle Sachen gewaschen, da die Tüte samt Inhalt furchtbar nach Rauch gestunken hat.
Heute hatten wir Besuch vom Jugendamt. Der wirklich freundliche Sozialarbeiter will morgen mit der Mutter wieder kommen. Sie darf mitentscheiden, ob ihr Baby bei uns leben darf.
Es ist noch immer unglaublich.
Ich starre das kleine Gesichtchen an und erlebe das Wunder.
Ein Geschebk frei Haus. Ein Test vielleicht?
Opa hast du da deine Finger im Spiel?
Noch weiß keiner, wie es weiter geht. Es ist egal. Diese Überraschung und die aufwühlenden, zärtlichen Gefühle diesem winzigen Menschenkind gegenüber erlebe ich schmerzlich intensiv.
Wie kann man sofort etwas so lieb haben?
Einfach nur, weil es da ist?
Ist das ein Einblick in Elternliebe? Abhängige, zauberhafte Wesen, die nur Liebe und Rundumversorgung wünschen?
Sie liegt da und mein Herz läuft über.
Fühlt sich so Liebe an?
Was auch immer geschieht,
ich bin bereit
bis morgen
Adieu
es ist immer noch unfassbar. Ich betreue ein Baby. Vier Monate alt.
Wir haben gestern alle Sachen gewaschen, da die Tüte samt Inhalt furchtbar nach Rauch gestunken hat.
Heute hatten wir Besuch vom Jugendamt. Der wirklich freundliche Sozialarbeiter will morgen mit der Mutter wieder kommen. Sie darf mitentscheiden, ob ihr Baby bei uns leben darf.
Es ist noch immer unglaublich.
Ich starre das kleine Gesichtchen an und erlebe das Wunder.
Ein Geschebk frei Haus. Ein Test vielleicht?
Opa hast du da deine Finger im Spiel?
Noch weiß keiner, wie es weiter geht. Es ist egal. Diese Überraschung und die aufwühlenden, zärtlichen Gefühle diesem winzigen Menschenkind gegenüber erlebe ich schmerzlich intensiv.
Wie kann man sofort etwas so lieb haben?
Einfach nur, weil es da ist?
Ist das ein Einblick in Elternliebe? Abhängige, zauberhafte Wesen, die nur Liebe und Rundumversorgung wünschen?
Sie liegt da und mein Herz läuft über.
Fühlt sich so Liebe an?
Was auch immer geschieht,
ich bin bereit
bis morgen
Adieu
Mittwoch, 2. August 2017
Tag 25 / 30 - Kuckucksei
Hallo,
es ist unfassbar.
Gestern Nacht erhielt ich ein Baby. Der Storch war da.
Einfach so. Ohne Vorwarnung.
Gegen 23.00 Uhr klingelt es Sturm. Ich hatte die Nachtbereitschaft und war natürlich noch wach - um zu schreiben. Klar.
Da steht meine Chefin vor der Tür. Mit einem Baby im Arm.
Nach wirklich kurzen Worten ließ sie mich allein.
Verrückt.
Ich habe das kleine Wesen dann zu mir ins Bett genommen und die gesamte Nacht kaum ein Auge zu gemacht. Dreimal Windeln gewechselt und ständig ein Fläschchen in der Hand um mögliche Heulkrämpfe entgegen zu wirken. Das Baby blieb sehr still. Schlief fast nur.
Ich bin erledigt. An Schreiben ist nicht zu denken.
Was auch immer kommt
ich bin bereit
Adieu
es ist unfassbar.
Gestern Nacht erhielt ich ein Baby. Der Storch war da.
Einfach so. Ohne Vorwarnung.
Gegen 23.00 Uhr klingelt es Sturm. Ich hatte die Nachtbereitschaft und war natürlich noch wach - um zu schreiben. Klar.
Da steht meine Chefin vor der Tür. Mit einem Baby im Arm.
Nach wirklich kurzen Worten ließ sie mich allein.
Verrückt.
Ich habe das kleine Wesen dann zu mir ins Bett genommen und die gesamte Nacht kaum ein Auge zu gemacht. Dreimal Windeln gewechselt und ständig ein Fläschchen in der Hand um mögliche Heulkrämpfe entgegen zu wirken. Das Baby blieb sehr still. Schlief fast nur.
Ich bin erledigt. An Schreiben ist nicht zu denken.
Was auch immer kommt
ich bin bereit
Adieu
Dienstag, 1. August 2017
Tag 24 / 30 - 21.000 Wörter
Hallo,
heute morgen habe ich ganz kurz den Friedhof besucht und meinem Opa gedankt.
Er hat mich inspiriert und seitdem schreibe ich.
Danke Opa.
Meine Eltern holten mich zu einer ausgedehnten Shoppingtour ab. Ich kaufte eine kleine weiße Couch, zwei Sideboards, Schreibtischutensilien und Teppiche für die beiden Räume.
Es sieht so gemütlich aus. Es duftet neu und frisch. Meine Mama hat die Fenster poliert und gegen 17:00 Uhr waren wir fertig. Am Wochenende werde ich noch einiges von ihnen abholen, was ich notdürftig bei Ihnen untergestellt hatte. Mein neues Leben beginnt. Meine neue Wohnung beglückt mich zu tiefst. Mein Reich. Endlich wieder Wohlfühl-Charakter. Die Wände im Schlafzimmer habe ich mit rosa Tüchern bespannt. Ich hatte keine Lust alles zu Malern. Es sieht aus, wie in tausend und einer Nacht.
Heute Abend habe ich die Marke von 21.000 Wörtern geknackt. Über 50.000 braucht ein Buch bestimmt. Na mal sehen, wie ich weiter voran komme.
Ich brauche nur noch drei Tage arbeiten. Ab dem Wochenende sind alle Kinder im Urlaub und ich besuche meine Eltern. Am Montag geht es dann endlich in den ersehnten Fastenurlaub.
Ich freue mich so. Ab Mittwoch beginne ich mit Schonkost und ab Freitag nur noch Obst und Gemüse.
Na mal sehen, wie mir das bekommt.
Jetzt schreibe ich weiter,
in meinem neuen Zuhause.
Ich bin so glücklich.
bis morgen
Adieu
heute morgen habe ich ganz kurz den Friedhof besucht und meinem Opa gedankt.
Er hat mich inspiriert und seitdem schreibe ich.
Danke Opa.
Meine Eltern holten mich zu einer ausgedehnten Shoppingtour ab. Ich kaufte eine kleine weiße Couch, zwei Sideboards, Schreibtischutensilien und Teppiche für die beiden Räume.
Es sieht so gemütlich aus. Es duftet neu und frisch. Meine Mama hat die Fenster poliert und gegen 17:00 Uhr waren wir fertig. Am Wochenende werde ich noch einiges von ihnen abholen, was ich notdürftig bei Ihnen untergestellt hatte. Mein neues Leben beginnt. Meine neue Wohnung beglückt mich zu tiefst. Mein Reich. Endlich wieder Wohlfühl-Charakter. Die Wände im Schlafzimmer habe ich mit rosa Tüchern bespannt. Ich hatte keine Lust alles zu Malern. Es sieht aus, wie in tausend und einer Nacht.
Heute Abend habe ich die Marke von 21.000 Wörtern geknackt. Über 50.000 braucht ein Buch bestimmt. Na mal sehen, wie ich weiter voran komme.
Ich brauche nur noch drei Tage arbeiten. Ab dem Wochenende sind alle Kinder im Urlaub und ich besuche meine Eltern. Am Montag geht es dann endlich in den ersehnten Fastenurlaub.
Ich freue mich so. Ab Mittwoch beginne ich mit Schonkost und ab Freitag nur noch Obst und Gemüse.
Na mal sehen, wie mir das bekommt.
Jetzt schreibe ich weiter,
in meinem neuen Zuhause.
Ich bin so glücklich.
bis morgen
Adieu
Montag, 31. Juli 2017
Tag 23 / 30- Zwischenbilanz
Hallo,
heute ist Montag. Ich hatte frei und konnte fast den ganzen Tag schreiben.
Es war toll. Mir ist schon ganz schwindelig von den vielen Überlegungen.
Mein Vater half mir am Vormittag mein neues Wohnzimmer zu streichen. Es riecht herrlich nach frischer Farbe. Morgen fahren wir shoppen.
Seit 23 Tagen läuft mein Selbstexperiment.
Ich bin gestartet um herauszufinden, was die Formel für ein erfülltes Leben ist.
Ich bin gestartet um herauszufinden, was ich der Welt zu geben habe. Was bleibt, wenn ich gehe?
In der vergangenen Woche habe ich einen Mann kennengelernt - Roland.
Roland ist ein tief gläubiger freier Christ.
Wir hatten ein langes Gespräch.
Er hat mir so viel Zuspruch gegeben, dass ich mich noch ganz erfüllt davon fühle.
Er riet mir mein Licht zum Leuchten zu bringen. Mich einfach nur zu zeigen mit allem, was mich ausmacht.
Genau das werde ich jetzt tun
Jeden Tag aufs Neue
Adieu
heute ist Montag. Ich hatte frei und konnte fast den ganzen Tag schreiben.
Es war toll. Mir ist schon ganz schwindelig von den vielen Überlegungen.
Mein Vater half mir am Vormittag mein neues Wohnzimmer zu streichen. Es riecht herrlich nach frischer Farbe. Morgen fahren wir shoppen.
Seit 23 Tagen läuft mein Selbstexperiment.
Ich bin gestartet um herauszufinden, was die Formel für ein erfülltes Leben ist.
Ich bin gestartet um herauszufinden, was ich der Welt zu geben habe. Was bleibt, wenn ich gehe?
In der vergangenen Woche habe ich einen Mann kennengelernt - Roland.
Roland ist ein tief gläubiger freier Christ.
Wir hatten ein langes Gespräch.
Er hat mir so viel Zuspruch gegeben, dass ich mich noch ganz erfüllt davon fühle.
Er riet mir mein Licht zum Leuchten zu bringen. Mich einfach nur zu zeigen mit allem, was mich ausmacht.
Genau das werde ich jetzt tun
Jeden Tag aufs Neue
Adieu
Sonntag, 30. Juli 2017
Tag 22 / 30 - Erkenntnisse im Wohngruppenurlaub
Hallo,
Tag 22.
Ich habe irgendwann einmal gelesen, das eine Doppelzahl Glück bringen soll.
Heute ist der 22 Tag meines Selbsterkenntnisprojektes.
Der Urlaub mit der Wohngruppe ist überstanden. Ein Abschied für immer von zwei weiteren Kindern erfolgt. Ab jetzt wohnen sie nur zu dritt im Hause. Es fühlt sich fast wie eine Kleinfamilie an.
Heute Abend waren alle noch etwas aufgedreht nach den vielen Erlebnissen des Urlaubs. Obwohl wir so schlechtes Wetter hatten, haben wir allerhand erlebt.
Ich bin mir selbst soviel näher gekommen. Das Buch, was entsteht, enthält vieles aus meinem Leben. Es war gut - es zu wagen.
In der Ferienanlage traf ich einen sehr netten Betreuer. Roland. Er war mit einer Gruppe geistig beeinträchtigter Kinder vor Ort. Wir hatten am Mittwoch Abend ein langes Gespräch. Ich glaube, ich habe noch nie jemanden so viel erzählt wie ihm.
Es tat so gut mal alles auszusprechen.
Die Zeit läuft mir davon. Ich möchte so gern das Buch für den Wettbewerb schreiben. Ob ich das noch schaffe?
In den letzten Tagen habe ich soviel geschrieben. Ich habe soviel nachgeholt und betrauert. Ich bin richtig euphorisch und frisch motiviert.
Mein Leben ist schön.
Ab jetzt mach ich nur noch Dinge, die mir gut tun.
"Tu, was du liebst.", hatte Roland mir bei der Abreise gesagt. Ich glaube, im Grunde mach ich das bereits. Mir fehlte nur die Einsicht.
Mein Vater hat heute mit einem Kollegen mein Bett in meinem neuen Schlafzimmer aufgestellt. Das bedeutet, ich schlafe heute in meiner neuen Wohnung. Ich bin so happy.
Es standen auch angebrochene Farbeimer dabei. Farbreste aus dem anderen Haus. Ich kann also morgen direkt los malern. Ich freue mich so sehr. Es fühlt sich richtig an.
Es ist spät geworden. Ein paar Zeilen will ich noch schaffen, bevor ich einschlafe. Morgen und Dienstag hab ich frei. Dann tippe ich weiter und weiter und weiter.
Mir ist sogar ein Pseydonym eingefallen.
Dona Fabulant -> Die Königin des Geschichten Erzählens.
Ist das nicht genial?
Ich mache weiter.
Mal sehen, was daraus wird.
Also bis morgen
Adieu
Tag 22.
Ich habe irgendwann einmal gelesen, das eine Doppelzahl Glück bringen soll.
Heute ist der 22 Tag meines Selbsterkenntnisprojektes.
Der Urlaub mit der Wohngruppe ist überstanden. Ein Abschied für immer von zwei weiteren Kindern erfolgt. Ab jetzt wohnen sie nur zu dritt im Hause. Es fühlt sich fast wie eine Kleinfamilie an.
Heute Abend waren alle noch etwas aufgedreht nach den vielen Erlebnissen des Urlaubs. Obwohl wir so schlechtes Wetter hatten, haben wir allerhand erlebt.
Ich bin mir selbst soviel näher gekommen. Das Buch, was entsteht, enthält vieles aus meinem Leben. Es war gut - es zu wagen.
In der Ferienanlage traf ich einen sehr netten Betreuer. Roland. Er war mit einer Gruppe geistig beeinträchtigter Kinder vor Ort. Wir hatten am Mittwoch Abend ein langes Gespräch. Ich glaube, ich habe noch nie jemanden so viel erzählt wie ihm.
Es tat so gut mal alles auszusprechen.
Die Zeit läuft mir davon. Ich möchte so gern das Buch für den Wettbewerb schreiben. Ob ich das noch schaffe?
In den letzten Tagen habe ich soviel geschrieben. Ich habe soviel nachgeholt und betrauert. Ich bin richtig euphorisch und frisch motiviert.
Mein Leben ist schön.
Ab jetzt mach ich nur noch Dinge, die mir gut tun.
"Tu, was du liebst.", hatte Roland mir bei der Abreise gesagt. Ich glaube, im Grunde mach ich das bereits. Mir fehlte nur die Einsicht.
Mein Vater hat heute mit einem Kollegen mein Bett in meinem neuen Schlafzimmer aufgestellt. Das bedeutet, ich schlafe heute in meiner neuen Wohnung. Ich bin so happy.
Es standen auch angebrochene Farbeimer dabei. Farbreste aus dem anderen Haus. Ich kann also morgen direkt los malern. Ich freue mich so sehr. Es fühlt sich richtig an.
Es ist spät geworden. Ein paar Zeilen will ich noch schaffen, bevor ich einschlafe. Morgen und Dienstag hab ich frei. Dann tippe ich weiter und weiter und weiter.
Mir ist sogar ein Pseydonym eingefallen.
Dona Fabulant -> Die Königin des Geschichten Erzählens.
Ist das nicht genial?
Ich mache weiter.
Mal sehen, was daraus wird.
Also bis morgen
Adieu
Samstag, 29. Juli 2017
Tag 21 / 30 - letzter Abend im Camp
Dienstag, 25. Juli 2017
Tag 16 bis 21 / 30 - Ostsee Ferienfahrt
Hallo,
ich habe absolut keinen Empfang hier. Heute bin ich solange spaziert, bis ich Internetzugang hatte.
Hier ein Beweisbild - wir sind an der Ostsee.
Ich schreibe wie eine Verrückte.
Ich werde es schaffen.
Adieu
ich habe absolut keinen Empfang hier. Heute bin ich solange spaziert, bis ich Internetzugang hatte.
Hier ein Beweisbild - wir sind an der Ostsee.
Ich schreibe wie eine Verrückte.
Ich werde es schaffen.
Adieu
Sonntag, 23. Juli 2017
Tag 15 / 30 - Internet-Entzug
Hallo,
ich habe heute erfahren, dass wir in der Ferienunterkunft keinen Internetzugang haben werden.
Oh wei.
Es bedeutet, dass ich meine täglichen Blogs während des Wohngruppenurlaubes nicht weiter fortsetzen kann.
Im ersten Moment war ich erschrocken. Aber irgendwie ist es auch gut.
Ich kann dann gleich üben, wie es ist ohne weltvernetzende Zugänge auszukommen. Während meiner Fastenwoche werde ich auch keinen Zugang dazu haben.
Im Kinderurlaub gibt es bestimmt genug zu tun. Die Kinder sind wie ein entlaufender Flohzirkus und wir werden Mühe haben, alle im Auge zu behalten.
Außerdem will ich auch mit dem Buch weiter kommen.
Irgendwie kann ich gar nicht so schnell tippen, wie mir die Worte in den Kopf schießen.
Ich werde meine Laptop mitnehmen und bei Gelegenheiten immer gleich weiter schreiben. Es sind nur noch 5 Wochen bis zur Abgabe für den Wettbewerb.
An den freien Tagen habe ich es auf 21 Seiten bringen können. Ob ich das an Arbeitstagen auch schaffe, wage ich zu bezweifeln.
Wenn ich in den nächsten 36 Tagen täglich 8 Seiten schaffen würde, käme ich auf 288 Seiten. Das wäre schon eine enorme Größe. Ob ich während meiner Fastenwoche überhaupt Gelegenheit haben werde zum Schreiben, weiß ich noch gar nicht.
Es ist nicht unmöglich etwas zu erschaffen. Der Umfang und die Form wird sich am Schluss ergeben. Ich mache einfach weiter. Jeden Tag.
Seite um Seite.
Ich verabschiede mich hiermit erstmal vom Blog. Wahrscheinlich kann ich erst am Sonntag 30.07. wieder etwas schreiben.
Bis dahin
Adieu
ich habe heute erfahren, dass wir in der Ferienunterkunft keinen Internetzugang haben werden.
Oh wei.
Es bedeutet, dass ich meine täglichen Blogs während des Wohngruppenurlaubes nicht weiter fortsetzen kann.
Im ersten Moment war ich erschrocken. Aber irgendwie ist es auch gut.
Ich kann dann gleich üben, wie es ist ohne weltvernetzende Zugänge auszukommen. Während meiner Fastenwoche werde ich auch keinen Zugang dazu haben.
Im Kinderurlaub gibt es bestimmt genug zu tun. Die Kinder sind wie ein entlaufender Flohzirkus und wir werden Mühe haben, alle im Auge zu behalten.
Außerdem will ich auch mit dem Buch weiter kommen.
Irgendwie kann ich gar nicht so schnell tippen, wie mir die Worte in den Kopf schießen.
Ich werde meine Laptop mitnehmen und bei Gelegenheiten immer gleich weiter schreiben. Es sind nur noch 5 Wochen bis zur Abgabe für den Wettbewerb.
An den freien Tagen habe ich es auf 21 Seiten bringen können. Ob ich das an Arbeitstagen auch schaffe, wage ich zu bezweifeln.
Wenn ich in den nächsten 36 Tagen täglich 8 Seiten schaffen würde, käme ich auf 288 Seiten. Das wäre schon eine enorme Größe. Ob ich während meiner Fastenwoche überhaupt Gelegenheit haben werde zum Schreiben, weiß ich noch gar nicht.
Es ist nicht unmöglich etwas zu erschaffen. Der Umfang und die Form wird sich am Schluss ergeben. Ich mache einfach weiter. Jeden Tag.
Seite um Seite.
Ich verabschiede mich hiermit erstmal vom Blog. Wahrscheinlich kann ich erst am Sonntag 30.07. wieder etwas schreiben.
Bis dahin
Adieu
Samstag, 22. Juli 2017
Tag 14 / 30 - Eltern
Hallo,
heute habe ich spontan meine Eltern besucht. Es war toll. Wir haben uns über meine Entscheidung unterhalten. Mein Vater liebt Kinder ebenso wie ich. Er versteht, dass ich hier viel ausleben und auch viel bewirken kann.
Meine Mutter macht sich ein wenig Sorgen. Sie hat Angst, dass ich mich verliere und selbst kein eigenes Leben mehr führe.
Ich verstehe sie. Im Grunde erkennt sie sehr genau, dass ich privat nicht existiere. Keine Freunde, keinen Freund. Nur Die Kinder und ab und zu ein Besuchswochende bei ihnen.
Ich bin jung. Ich kann noch soviel erleben. Sagt sie.
Natürlich. Sie hat Recht.
Genau das tue ich auch gerade. Doch das wollte ich ihr lieber noch nicht auf die Nase binden.
Ich schreibe ein Buch. Mein Buch.
Vielleicht wird es niemals gelesen. Egal. Entscheidend ist, ich schreibe es. Ich tue es.
Es ist etwas wie Selbsttherapie. Gibt es so was nicht? Schreibtherapie?
Genau das ist es für mich.
Ich schreibe und erlebe nochmal, was mir das Leben bisher geboten hat. Das verpacke ich in eine erdachte Geschichte und lasse die Darsteller erleben und aushalten, was ich erlebt habe. Vielleicht begreife ich so irgendwann, was das Leben mir eigentlich sagen will.
Im Moment pocht mein Herz. Ich spüre, wie ich vibriere. Das ist Leben.
Ich lebe wieder.
Endlich.
Das Buch ist mein Neuanfang.
Abschied und Neuanfang.
Das Leben besteht aus diesem Kreislauf.
Es wird Zeit für mich neu anzufangen.
Und ich tue es.
Jetzt.
Adieu
heute habe ich spontan meine Eltern besucht. Es war toll. Wir haben uns über meine Entscheidung unterhalten. Mein Vater liebt Kinder ebenso wie ich. Er versteht, dass ich hier viel ausleben und auch viel bewirken kann.
Meine Mutter macht sich ein wenig Sorgen. Sie hat Angst, dass ich mich verliere und selbst kein eigenes Leben mehr führe.
Ich verstehe sie. Im Grunde erkennt sie sehr genau, dass ich privat nicht existiere. Keine Freunde, keinen Freund. Nur Die Kinder und ab und zu ein Besuchswochende bei ihnen.
Ich bin jung. Ich kann noch soviel erleben. Sagt sie.
Natürlich. Sie hat Recht.
Genau das tue ich auch gerade. Doch das wollte ich ihr lieber noch nicht auf die Nase binden.
Ich schreibe ein Buch. Mein Buch.
Vielleicht wird es niemals gelesen. Egal. Entscheidend ist, ich schreibe es. Ich tue es.
Es ist etwas wie Selbsttherapie. Gibt es so was nicht? Schreibtherapie?
Genau das ist es für mich.
Ich schreibe und erlebe nochmal, was mir das Leben bisher geboten hat. Das verpacke ich in eine erdachte Geschichte und lasse die Darsteller erleben und aushalten, was ich erlebt habe. Vielleicht begreife ich so irgendwann, was das Leben mir eigentlich sagen will.
Im Moment pocht mein Herz. Ich spüre, wie ich vibriere. Das ist Leben.
Ich lebe wieder.
Endlich.
Das Buch ist mein Neuanfang.
Abschied und Neuanfang.
Das Leben besteht aus diesem Kreislauf.
Es wird Zeit für mich neu anzufangen.
Und ich tue es.
Jetzt.
Adieu
Freitag, 21. Juli 2017
Tag 13 / 30 - Mein Buch
Hallo,
es ist unglaublich. Ich schreibe ein Buch.
Es wird ein Buch über mich.
Also über meine Entwicklung.
Natürlich wird es keine Biografie im eigentlichen Sinne. Das wäre ziemlich langweilig, befürchte ich.
Gestern kamen plötzlich viele Gedanken auf und ich beschloss mein Leben zu verarbeiten.
Genau das wollte ich, als ich mit diesem 30 Tage Blog gestartet bin. Ich will mich verstehen, herausfinden wozu es gut ist, dass es mich gibt.
Ich möchte wissen, was ich der Welt zu geben habe.
Jetzt schreibe ich. Das gebe ich der Welt.
Ich schreibe über mich. Das schenke ich mir.
Irgendwie habe ich so vieles noch nicht verstanden und verarbeitet. Vielleicht hilft mir das Buch dabei.
Es wird mein Buch. Meine ganz persönliche Geschichte versteckt in einer ausgedachten Story.
Ich bin so aufgeregt. Die gesamte Geschichte entwickelt sich fast wie von allein, wenn ich den PC aufklappe und beginne zu tippen.
Ich freue mich. Einfach, weil ich es tue.
Es beflügelt mich und ich habe das Gefühl etwas zu leisten. Wertvoll zu sein.
Ich genieße es, angetrieben von der Idee bis Ende August etwas geschaffen zu haben.
Wofür auch immer das gut sein wird.
Ich tue es.
Jetzt.
Für mich.
Adieu
es ist unglaublich. Ich schreibe ein Buch.
Es wird ein Buch über mich.
Also über meine Entwicklung.
Natürlich wird es keine Biografie im eigentlichen Sinne. Das wäre ziemlich langweilig, befürchte ich.
Gestern kamen plötzlich viele Gedanken auf und ich beschloss mein Leben zu verarbeiten.
Genau das wollte ich, als ich mit diesem 30 Tage Blog gestartet bin. Ich will mich verstehen, herausfinden wozu es gut ist, dass es mich gibt.
Ich möchte wissen, was ich der Welt zu geben habe.
Jetzt schreibe ich. Das gebe ich der Welt.
Ich schreibe über mich. Das schenke ich mir.
Irgendwie habe ich so vieles noch nicht verstanden und verarbeitet. Vielleicht hilft mir das Buch dabei.
Es wird mein Buch. Meine ganz persönliche Geschichte versteckt in einer ausgedachten Story.
Ich bin so aufgeregt. Die gesamte Geschichte entwickelt sich fast wie von allein, wenn ich den PC aufklappe und beginne zu tippen.
Ich freue mich. Einfach, weil ich es tue.
Es beflügelt mich und ich habe das Gefühl etwas zu leisten. Wertvoll zu sein.
Ich genieße es, angetrieben von der Idee bis Ende August etwas geschaffen zu haben.
Wofür auch immer das gut sein wird.
Ich tue es.
Jetzt.
Für mich.
Adieu
Donnerstag, 20. Juli 2017
Tag 12 / 30 - Ein Buch
Hallo,
ich hatte heute eine Begegnung der dritten Art.
Noch kann ich nicht begreifen, was in meinem Kopf kreist.
Die letzten Stunden habe ich damit verbracht im Internet zu recherchieren.
Heute ist etwas entstanden. Eine Idee.
Zugegeben eine verrückte Idee.
Ich werde an einem Wettbewerb teilnehmen.
An einem Buchwettbewerb.
Ich muss es einfach tun.
Noch habe ich keine genaue Vorstellung davon, wie das Buch aufgebaut sein wird.
Ich habe dieses Geschenk heute bekommen und ich werde es annehmen.
Meine Geschichte nimmt Form an.
Ich schreibe ein Buch. Ich habe es Opa versprochen.
Ich habe mir vorgenommen, herauszufinden, was ich dieser Welt hinterlassen kann.
Ein Buch.
Ich werde ein Buch schreiben.
Einsendeschluss ist der 31.August.
Das bedeutet, ich muss mich ran halten.
Ich werde es tun.
Jetzt.
Mein ganzer Körper kribbelt.
Kleine Episoden und Passagen tauchen in meinem Kopf auf. Ich komme kaum hinterher alles in meinem Notizbuch einzufangen.
Ich werde es besser gleich in den PC tippen.
Ich werde es tun.
Jetzt.
Adieu
ich hatte heute eine Begegnung der dritten Art.
Noch kann ich nicht begreifen, was in meinem Kopf kreist.
Die letzten Stunden habe ich damit verbracht im Internet zu recherchieren.
Heute ist etwas entstanden. Eine Idee.
Zugegeben eine verrückte Idee.
Ich werde an einem Wettbewerb teilnehmen.
An einem Buchwettbewerb.
Ich muss es einfach tun.
Noch habe ich keine genaue Vorstellung davon, wie das Buch aufgebaut sein wird.
Ich habe dieses Geschenk heute bekommen und ich werde es annehmen.
Meine Geschichte nimmt Form an.
Ich schreibe ein Buch. Ich habe es Opa versprochen.
Ich habe mir vorgenommen, herauszufinden, was ich dieser Welt hinterlassen kann.
Ein Buch.
Ich werde ein Buch schreiben.
Einsendeschluss ist der 31.August.
Das bedeutet, ich muss mich ran halten.
Ich werde es tun.
Jetzt.
Mein ganzer Körper kribbelt.
Kleine Episoden und Passagen tauchen in meinem Kopf auf. Ich komme kaum hinterher alles in meinem Notizbuch einzufangen.
Ich werde es besser gleich in den PC tippen.
Ich werde es tun.
Jetzt.
Adieu
Mittwoch, 19. Juli 2017
Tag 11 / 30 - Neues Leben
Hallo,
so ein verrückter Tag.
Heute feierten wir Zeugnisfest und Kita - Abschied und Auszug einiger Kinder und Besuch und Auszug eines Kollegen und ... es flossen Tränen und es wurde viel gelacht.
Lauter, bunter und emotionaler kann ein Familienfest kaum gefeiert werden.
Ich bin mitten drin. Ich will hier leben. Ich will diese Familie annehmen und Leben.
Meine Chefin hat sich dann lange mit dem Kollegen und mir zusammengesetzt. Er will natürlich irgendwann zurück, doch dies kann auch noch ein, zwei oder drei Jahre dauern. Ich würde den Job gern erstmal machen. Aber auch ich kann nicht sagen, ob ich in zwei Jahren immer noch hier leben möchte.
Eine Win-Win Situation. Für den Kollegen und mich.
Ich habe seine Möbel angesehen. Den Kleiderschrank und den Schreibtisch würde ich behalten wollen. Der Rest war mir zu dunkel. Wer will schwarze Möbel? Sein gebrauchtes Bett wollte ich irgendwie auch nicht. Da mein Papa mir versprochen hat, mein altes Himmelbett wieder aufzubauen, würde ich dies viel lieber hier in das Schlafzimmer stellen. Der weiße Kleiderschrank von Olaf passt dazu einfach mega gut.
Ich besitze eine gemütliche Eckcouch, die in der WG mein Bett war und seither im Keller meiner Eltern mit meinen anderen Sachen auf mich wartet. Dazu besorge ich mir ein paar Siteboards und einen flauschigen Teppich und fertig ist meine ganz private rosa Mädchen-Bude. Herrlich. Ich bin ganz aufgeregt.
Nach meinem Urlaub im August ziehe ich um. Ich ziehe in ein Leben mit vielen Kindern, Kontakten und einer hellen gemütlichen zwei Zimmer Wohnung. Mit Kochnische und ohne eigenens Bad. Naja. Das ist zwei Türen weiter. Theoretisch wohnt außer mir und den seltenen Besuchern hier oben niemand. Das Bad wird dann etwas moderner bestückt und fertig ist mein neues Leben.
Bund, erlebnisreich und voller Kinder.
So wird es sein.
Ich freue mich richtig!
Ab morgen sind Ferien, einige Abschiede kommen noch auf mich zu
... morgen mehr...
Adieu
so ein verrückter Tag.
Heute feierten wir Zeugnisfest und Kita - Abschied und Auszug einiger Kinder und Besuch und Auszug eines Kollegen und ... es flossen Tränen und es wurde viel gelacht.
Lauter, bunter und emotionaler kann ein Familienfest kaum gefeiert werden.
Ich bin mitten drin. Ich will hier leben. Ich will diese Familie annehmen und Leben.
Meine Chefin hat sich dann lange mit dem Kollegen und mir zusammengesetzt. Er will natürlich irgendwann zurück, doch dies kann auch noch ein, zwei oder drei Jahre dauern. Ich würde den Job gern erstmal machen. Aber auch ich kann nicht sagen, ob ich in zwei Jahren immer noch hier leben möchte.
Eine Win-Win Situation. Für den Kollegen und mich.
Ich habe seine Möbel angesehen. Den Kleiderschrank und den Schreibtisch würde ich behalten wollen. Der Rest war mir zu dunkel. Wer will schwarze Möbel? Sein gebrauchtes Bett wollte ich irgendwie auch nicht. Da mein Papa mir versprochen hat, mein altes Himmelbett wieder aufzubauen, würde ich dies viel lieber hier in das Schlafzimmer stellen. Der weiße Kleiderschrank von Olaf passt dazu einfach mega gut.
Ich besitze eine gemütliche Eckcouch, die in der WG mein Bett war und seither im Keller meiner Eltern mit meinen anderen Sachen auf mich wartet. Dazu besorge ich mir ein paar Siteboards und einen flauschigen Teppich und fertig ist meine ganz private rosa Mädchen-Bude. Herrlich. Ich bin ganz aufgeregt.
Nach meinem Urlaub im August ziehe ich um. Ich ziehe in ein Leben mit vielen Kindern, Kontakten und einer hellen gemütlichen zwei Zimmer Wohnung. Mit Kochnische und ohne eigenens Bad. Naja. Das ist zwei Türen weiter. Theoretisch wohnt außer mir und den seltenen Besuchern hier oben niemand. Das Bad wird dann etwas moderner bestückt und fertig ist mein neues Leben.
Bund, erlebnisreich und voller Kinder.
So wird es sein.
Ich freue mich richtig!
Ab morgen sind Ferien, einige Abschiede kommen noch auf mich zu
... morgen mehr...
Adieu
Dienstag, 18. Juli 2017
Tag 10 / 30 - Überraschendes Gedankenfutter
Hallo,
heute habe ich unfreiwillig eine herrliche Auszeit nehmen können. Ich wurde doch glatt zum Feierabend gezwungen. Zum Glück.
Da ich plötzlich nicht wußte, was ich mit der freien Zeit anfangen sollte, beschloss ich nichts zu tun. Ich fuhr in die Sauna und tat nichts.
Naja - außer Schwitzen und nachdenken. Danach war ich noch ein Stündchen bei meinen Eltern. Mein Vater ist ein rationaller Denker, er half mir, mich etwas zu sortieren.
Heute habe ich erfahren, dass ein Kollege nicht wieder kommen wird. Dies bedeutet, ich hätte die Chance dauerhaft ein sehr aufregendes Leben zu führen.
Ein Leben mit vielen Kindern, die jeden Tag aufs Neue mit mir ihr Leben verbringen.
Will ich das?
Wo stehe ich jetzt?
Ich muss das mal genauer betrachten.
also:
zu 1.) 34 Jahre ist doch noch mega jung. Soviel steht fest. Menschen werden heute im Durchschnitt 88 Jahre alt.
zu 2.) In den letzten Tagen ist mir klar geworden, dass ich ziemlich absichtlich keine Beziehung eingegangen bin. Ich hatte scheinbar Angst vor Nähe und Familienwunsch. Ich möchte aber sehr gern Familie leben. Seitdem mir das etwas klarer geworden ist, kann ich den Job hier im Kinderheim nochmal anders angehen. Hier habe ich die Chance kleinen Menschen eine Art von Ersatzfamilie zu bieten. Ist das nicht eine wunderbare Fügung des Schicksals? Ich kann keine Kinder haben, aber fließe über vor Familienfreude. Sie haben zwar Eltern, diese können es aber nicht leisten sich um ihre Kinder zu kümmern. Wie sagt man so schön? Eine WIN-WIN SItuation.
zu 3.) Unsere Wohnung gab ich auf, als ich von Lars weg zog. Das blöde WG Zimmer, war in der Erzieherausbildung ein passender Rückzugsort, da ich nicht dauerhaft bei meinen Eltern leben wollte. Jung und alt geht nicht in allen Phasen des Lebens gut. Aber der räumliche Abstand half uns sehr uns anzunähern. Inzwischen verstehen wir uns richtig gut und ich bin gern bei ihnen zu Besuch. Ich wohne nun seit 2 Monaten in einem kleinen Zimmer im Kinderheim. Es war eine Notlösung, die nicht mehr lange funktioniert - da selbst die gesündeste und kräftigste Pflanze in diesem dunklen Loch verkümmern würde.
zu 4.) Mein Opa ist nun verstorben. Jetzt gibt es nur noch mich und meine Eltern. Das ist ein Fakt. Sobald ich aber hier im Hause leben würde und diese Erzieherstelle übernehme, hätte ich auf einen Schlag eine Großfamilie. Viele Kinder in unterschiedlichen Konstellationen mit Geschwistern, Eltern und Großeltern. Ich hätte die Hauptverantwortung und würde mit diesen Kindern Jahre des Aufwachsens erleben können. Das wäre mehr Familie, als manche jemals erleben werden.
zu 5.) Das ist ein interesanter Punkt. Seitdem ich wieder hier im Ort lebe und aus Bochum geflohen bin, habe ich mich nicht um alte oder neue Menschen in meinem privaten Umfeld bemüht. Ich bin wie mit Scheuklappen durch die Erzieherausbildung und konnte echten Kontakten aus dem Weg gehen. Sogar mit meinen zwei Mitbeohnern baute sich keine Beziehung auf. Irgendwie hatte ich gar nicht gemerkt, wie konsequent ich Einsamkeit lebte. Der tägliche Kontakt mit Kollegen und Kindern ist so lebhaft, dass mir auch hier im Job keine private Freundschaft fehlte. Jedenfalls bis jetzt.
Diesen Punkt müßte ich mal genauer betrachten. Will ich auch zukünftig keine Freunde?
zu 6.) Innerhalb meiner Erzieherausbildung, die ich mit 30 begann, konnte ich in unterschiedliche Arbeitsfelder schnuppern. Ein Praktikum jagte das nächste. Ehrlich gesagt, fand ich Kita und Hort viel zu laut. Der tägliche Geräuschpegel hat mich massiv Nerven gekostet. Die Einsätze in Wohngruppen gefielen mir immer am Besten. Mit den Jugendlichen etwas weniger als mit den kleineren. Die kommen oft vorbehaltlos zum Kuscheln und Trösten. Das gefällt mir. Wahrscheinlich hatte ich hier heimlich meine inneren Beziehungsspeicher gefüllt. Ich gehe in enge und verbindliche Beziehung mit den Kindern auf meiner Arbeit. Interessant. Also möchte ich doch Beziehungen leben. Wirklich spannend, wie ich es geschafft habe, Beziehungen mit Kindern zu pflegen und Erwachsenen aus dem Weg zu gehen. Beruflich kommt für mich deshalb keine Kita oder Hort in Frage. Ich arbeite gern hier im Träger. Die Art der Einrichtung gefällt mir einfach sehr und ich mag die Kollegen und Kinder.
zu 7.) Das ich niemals Mutter werde, habe ich begriffen. Wenn ich daran denke, spüre ich Tränen in den Augen. Ich glaube, es wird immer ein Wunsch bleiben selbst ein Baby zu haben. Es zu pflegen, zu lieben und groß zu ziehen. Ein eigenes Babay von Anfang an begleiten. Mit allen langen Nächten und schlaflosen Wochen. Mit allem was dazu gehört. Ein Wesen, das man von Anfang an begleiten und lieben darf. Ein Wesen, welches einen auch liebt.
Das es dies nie für mich geben wird, macht mich unendlich traurig. Ich weiß wirklich nicht, ob sowas jemals überwunden werden kann.
zu 8.) Was sind eigentlich Hobbys? Ich behaupte immer, ich hätte keine. Aber stimmt das auch? Meine heimlichen Vorlieben für Basteleien und herzliche Vorbereitungen lebe ich seit meinem Erzieherinnendasein voll aus. Ich tusche und klebe. Ich stricke, häckel und nähe. Ich baue und hämmere. Ich knete Teig und töpfere Gefäße. Wir gärtnern und kochen und backen. Ich organisiere Feste und Überraschungen. Irgendwie mache ich den ganzen Tag Dinge, die mir Spaß machen. Brauche ich da noch ein Hobby?
Hätte ich mit 20 schon gewusst, wie beglückend es für mich ist mit Kindern zu arbeiten und ihre Krativität zu unterstützen, hätte ich die Ausbildung schon viel früher gemacht.
Was ist mein Hobby? Sauna vielleicht. Ich liebe es mich der Hitze hinzugeben, bis ich vollkommen ermattet kaum noch zu Fuß bis unter die Dusche komme. Die absolute Erschöpfung trägt mich dann gerade noch bis zur nächsten Liege, auf der ich sofort liegen bleibe. Alles dreht sich. Die Haut dampft noch weiter, während mein Kopf wirr herumwirbelt. Meine Zunge trocken. Meine Ohren rauschen. Alles schnuppert herrlich nach feuchten ätherischen Duftresten. Grenzerfahrung pur. Ich behaupte einfach beim nächsten Mal, wenn ich gefragt werde: Mein Hobby sei - in die Sauna zu gehen.
zu 9.) Meine Zukunft:
Tja. Was soll ich dazu sagen?
Rein familiär sieht es düster aus. Wir sind Dinosaurier. Die Gattung Familie Fabian wird aussterben. Unglaublich. Ich schreibe es, aber ich begreife es nicht in allen Einzelheiten. Vielleicht muss ich das ja gar nicht. Es kommt ja sowieso.
Ich habe aber ein Leben. Jetzt. Und ich habe beschlossen es zu leben. Jetzt.
Ich habe meinem Opa auch versprochen eine neue Geschichte zu schreiben. Eine, die mich oder jemand anderes ebenfalls eine Weile begleitet. So wie meine Kindergeschichte ihn viele Jahre begleitet hat. Meine Zukunft?
Ich kann im Moment nur sagen, was ich nicht mehr will. Alleine sein.
Ich will Familie. Jetzt.
Meine Eltern haben etwas Sorge, dass ich mich selbst ganz vergesse, wenn ich nur noch im Kinderheim lebe. Natürlich nehme ich ihre Hinweise ernst. Ich werde genau überlegen, ob ich es mache oder nicht.
Ich weiß morgen sicher mehr...
Adieu
heute habe ich unfreiwillig eine herrliche Auszeit nehmen können. Ich wurde doch glatt zum Feierabend gezwungen. Zum Glück.
Da ich plötzlich nicht wußte, was ich mit der freien Zeit anfangen sollte, beschloss ich nichts zu tun. Ich fuhr in die Sauna und tat nichts.
Naja - außer Schwitzen und nachdenken. Danach war ich noch ein Stündchen bei meinen Eltern. Mein Vater ist ein rationaller Denker, er half mir, mich etwas zu sortieren.
Heute habe ich erfahren, dass ein Kollege nicht wieder kommen wird. Dies bedeutet, ich hätte die Chance dauerhaft ein sehr aufregendes Leben zu führen.
Ein Leben mit vielen Kindern, die jeden Tag aufs Neue mit mir ihr Leben verbringen.
Will ich das?
Wo stehe ich jetzt?
- 34 Jahre alt (oder jung)
- keine Beziehung
- keine Wohnung
- kaum noch Familie
- keine Freunde
- keine Idee, was ich beruflich sonst machen könnte
- keine eigenen Kinder
- keine Hobbys
- keine Zukunftspläne
Ich muss das mal genauer betrachten.
also:
zu 1.) 34 Jahre ist doch noch mega jung. Soviel steht fest. Menschen werden heute im Durchschnitt 88 Jahre alt.
zu 2.) In den letzten Tagen ist mir klar geworden, dass ich ziemlich absichtlich keine Beziehung eingegangen bin. Ich hatte scheinbar Angst vor Nähe und Familienwunsch. Ich möchte aber sehr gern Familie leben. Seitdem mir das etwas klarer geworden ist, kann ich den Job hier im Kinderheim nochmal anders angehen. Hier habe ich die Chance kleinen Menschen eine Art von Ersatzfamilie zu bieten. Ist das nicht eine wunderbare Fügung des Schicksals? Ich kann keine Kinder haben, aber fließe über vor Familienfreude. Sie haben zwar Eltern, diese können es aber nicht leisten sich um ihre Kinder zu kümmern. Wie sagt man so schön? Eine WIN-WIN SItuation.
zu 3.) Unsere Wohnung gab ich auf, als ich von Lars weg zog. Das blöde WG Zimmer, war in der Erzieherausbildung ein passender Rückzugsort, da ich nicht dauerhaft bei meinen Eltern leben wollte. Jung und alt geht nicht in allen Phasen des Lebens gut. Aber der räumliche Abstand half uns sehr uns anzunähern. Inzwischen verstehen wir uns richtig gut und ich bin gern bei ihnen zu Besuch. Ich wohne nun seit 2 Monaten in einem kleinen Zimmer im Kinderheim. Es war eine Notlösung, die nicht mehr lange funktioniert - da selbst die gesündeste und kräftigste Pflanze in diesem dunklen Loch verkümmern würde.
zu 4.) Mein Opa ist nun verstorben. Jetzt gibt es nur noch mich und meine Eltern. Das ist ein Fakt. Sobald ich aber hier im Hause leben würde und diese Erzieherstelle übernehme, hätte ich auf einen Schlag eine Großfamilie. Viele Kinder in unterschiedlichen Konstellationen mit Geschwistern, Eltern und Großeltern. Ich hätte die Hauptverantwortung und würde mit diesen Kindern Jahre des Aufwachsens erleben können. Das wäre mehr Familie, als manche jemals erleben werden.
zu 5.) Das ist ein interesanter Punkt. Seitdem ich wieder hier im Ort lebe und aus Bochum geflohen bin, habe ich mich nicht um alte oder neue Menschen in meinem privaten Umfeld bemüht. Ich bin wie mit Scheuklappen durch die Erzieherausbildung und konnte echten Kontakten aus dem Weg gehen. Sogar mit meinen zwei Mitbeohnern baute sich keine Beziehung auf. Irgendwie hatte ich gar nicht gemerkt, wie konsequent ich Einsamkeit lebte. Der tägliche Kontakt mit Kollegen und Kindern ist so lebhaft, dass mir auch hier im Job keine private Freundschaft fehlte. Jedenfalls bis jetzt.
Diesen Punkt müßte ich mal genauer betrachten. Will ich auch zukünftig keine Freunde?
zu 6.) Innerhalb meiner Erzieherausbildung, die ich mit 30 begann, konnte ich in unterschiedliche Arbeitsfelder schnuppern. Ein Praktikum jagte das nächste. Ehrlich gesagt, fand ich Kita und Hort viel zu laut. Der tägliche Geräuschpegel hat mich massiv Nerven gekostet. Die Einsätze in Wohngruppen gefielen mir immer am Besten. Mit den Jugendlichen etwas weniger als mit den kleineren. Die kommen oft vorbehaltlos zum Kuscheln und Trösten. Das gefällt mir. Wahrscheinlich hatte ich hier heimlich meine inneren Beziehungsspeicher gefüllt. Ich gehe in enge und verbindliche Beziehung mit den Kindern auf meiner Arbeit. Interessant. Also möchte ich doch Beziehungen leben. Wirklich spannend, wie ich es geschafft habe, Beziehungen mit Kindern zu pflegen und Erwachsenen aus dem Weg zu gehen. Beruflich kommt für mich deshalb keine Kita oder Hort in Frage. Ich arbeite gern hier im Träger. Die Art der Einrichtung gefällt mir einfach sehr und ich mag die Kollegen und Kinder.
zu 7.) Das ich niemals Mutter werde, habe ich begriffen. Wenn ich daran denke, spüre ich Tränen in den Augen. Ich glaube, es wird immer ein Wunsch bleiben selbst ein Baby zu haben. Es zu pflegen, zu lieben und groß zu ziehen. Ein eigenes Babay von Anfang an begleiten. Mit allen langen Nächten und schlaflosen Wochen. Mit allem was dazu gehört. Ein Wesen, das man von Anfang an begleiten und lieben darf. Ein Wesen, welches einen auch liebt.
Das es dies nie für mich geben wird, macht mich unendlich traurig. Ich weiß wirklich nicht, ob sowas jemals überwunden werden kann.
zu 8.) Was sind eigentlich Hobbys? Ich behaupte immer, ich hätte keine. Aber stimmt das auch? Meine heimlichen Vorlieben für Basteleien und herzliche Vorbereitungen lebe ich seit meinem Erzieherinnendasein voll aus. Ich tusche und klebe. Ich stricke, häckel und nähe. Ich baue und hämmere. Ich knete Teig und töpfere Gefäße. Wir gärtnern und kochen und backen. Ich organisiere Feste und Überraschungen. Irgendwie mache ich den ganzen Tag Dinge, die mir Spaß machen. Brauche ich da noch ein Hobby?
Hätte ich mit 20 schon gewusst, wie beglückend es für mich ist mit Kindern zu arbeiten und ihre Krativität zu unterstützen, hätte ich die Ausbildung schon viel früher gemacht.
Was ist mein Hobby? Sauna vielleicht. Ich liebe es mich der Hitze hinzugeben, bis ich vollkommen ermattet kaum noch zu Fuß bis unter die Dusche komme. Die absolute Erschöpfung trägt mich dann gerade noch bis zur nächsten Liege, auf der ich sofort liegen bleibe. Alles dreht sich. Die Haut dampft noch weiter, während mein Kopf wirr herumwirbelt. Meine Zunge trocken. Meine Ohren rauschen. Alles schnuppert herrlich nach feuchten ätherischen Duftresten. Grenzerfahrung pur. Ich behaupte einfach beim nächsten Mal, wenn ich gefragt werde: Mein Hobby sei - in die Sauna zu gehen.
zu 9.) Meine Zukunft:
Tja. Was soll ich dazu sagen?
Rein familiär sieht es düster aus. Wir sind Dinosaurier. Die Gattung Familie Fabian wird aussterben. Unglaublich. Ich schreibe es, aber ich begreife es nicht in allen Einzelheiten. Vielleicht muss ich das ja gar nicht. Es kommt ja sowieso.
Ich habe aber ein Leben. Jetzt. Und ich habe beschlossen es zu leben. Jetzt.
Ich habe meinem Opa auch versprochen eine neue Geschichte zu schreiben. Eine, die mich oder jemand anderes ebenfalls eine Weile begleitet. So wie meine Kindergeschichte ihn viele Jahre begleitet hat. Meine Zukunft?
Ich kann im Moment nur sagen, was ich nicht mehr will. Alleine sein.
Ich will Familie. Jetzt.
Meine Eltern haben etwas Sorge, dass ich mich selbst ganz vergesse, wenn ich nur noch im Kinderheim lebe. Natürlich nehme ich ihre Hinweise ernst. Ich werde genau überlegen, ob ich es mache oder nicht.
Ich weiß morgen sicher mehr...
Adieu
Montag, 17. Juli 2017
Tag 9 / 30 - Ein Versprechen
Hallo,
ich habe heute beschlossen eine Geschichte zu schreiben.
Obwohl ich nicht weiß, wie ich das zeitlich alles schaffen soll, muss ich einfach beginnen.
Heute bin ich aber zu müde.
Es ist wahnsinnig viel zu organisieren. Die Sommerferien stehen vor der Tür, Abschiedsfeste müssen geplant und durchgeführt werden und ab 24. Juli fahren wir in den Gruppenurlaub.
Zwei Woche später habe ich Urlaub. Endlich.
Ich freue mich so auf diese Auszeit. Durch einen Artikel bin ich auf das Fasten aufmerksam geworden. Das werde ich ausprobieren. Basisches Heilfasten.
Ich freue mich riesig auf eine Zeit ohne Kinder, Lärm und Ablenkungen. An diesem Ort gibt es nichts weltliches. Keinen Fernseher, keinen Handyempfang. Nur einfache Wohneinheiten und Wald ringsherum. Es wird sogar ohne Männer statt finden. Mehr Abstinenz geht nun wirklich kaum. Dort werden wir nur wandern. Schweigend, wenn ich das richtig verstanden habe.
Wir essen kaum und trinken viel. Natürlich keinen Alkohol.
Noch drei Wochen. Am 7.August fahre ich los.
Bis dahin möchte ich den Anfang einer Geschichte schreiben. Bislang ist mir noch nichts eingefallen. Aber ich werde es tun. Dieser Entschluss steht. Opa, ich verspreche Dir, ich schreibe eine neue Geschichte. Eine, die entweder mich oder jemand anderen bis zum letzten Tag begleitet.
Ich danke Dir für diese Idee.
Jetzt muss ich aber schlafen.
vielleicht morgen mehr
Adieu
ich habe heute beschlossen eine Geschichte zu schreiben.
Obwohl ich nicht weiß, wie ich das zeitlich alles schaffen soll, muss ich einfach beginnen.
Heute bin ich aber zu müde.
Es ist wahnsinnig viel zu organisieren. Die Sommerferien stehen vor der Tür, Abschiedsfeste müssen geplant und durchgeführt werden und ab 24. Juli fahren wir in den Gruppenurlaub.
Zwei Woche später habe ich Urlaub. Endlich.
Ich freue mich so auf diese Auszeit. Durch einen Artikel bin ich auf das Fasten aufmerksam geworden. Das werde ich ausprobieren. Basisches Heilfasten.
Ich freue mich riesig auf eine Zeit ohne Kinder, Lärm und Ablenkungen. An diesem Ort gibt es nichts weltliches. Keinen Fernseher, keinen Handyempfang. Nur einfache Wohneinheiten und Wald ringsherum. Es wird sogar ohne Männer statt finden. Mehr Abstinenz geht nun wirklich kaum. Dort werden wir nur wandern. Schweigend, wenn ich das richtig verstanden habe.
Wir essen kaum und trinken viel. Natürlich keinen Alkohol.
Noch drei Wochen. Am 7.August fahre ich los.
Bis dahin möchte ich den Anfang einer Geschichte schreiben. Bislang ist mir noch nichts eingefallen. Aber ich werde es tun. Dieser Entschluss steht. Opa, ich verspreche Dir, ich schreibe eine neue Geschichte. Eine, die entweder mich oder jemand anderen bis zum letzten Tag begleitet.
Ich danke Dir für diese Idee.
Jetzt muss ich aber schlafen.
vielleicht morgen mehr
Adieu
Sonntag, 16. Juli 2017
Tag 8 / 30 - Mein Entschluss
Hallo,
Es war ein verrücktes Wochenende. Ich habe soviel geweint, wie in meinem ganzen Leben noch nicht.
Irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass ich alles beweinte, was mir jemals wiederfahren ist.
Dieses Wochenende habe ich getrauert. Lang, feucht und tief.
Die nächsten Tage und Wochen werde ich versuchen zu akzeptieren und los zu lassen.
Es ist so heftig.
Gestern dachte ich, ich werde es niemals überleben. Diesen heißen, brennenden Schmerz und die erstarrende Erkenntnisse. Und heute?
Ich sitze hier mit Herzklopfen in meiner Schuhschachtel.
Mich hat mein Opa heute aus dem Jenseits geküsst. Aufgeweckt. Bereichert.
Er hat mir ein Geschenk gemacht.
Dieses kleine Geschenk hat so viel ausgelöst.
Ich kann etwas schaffen. Ich kann etwas vollbringen. Ich habe etwas zu geben.
In meiner Kinderzeit und Jugend habe ich es geliebt Geschichten zu erzählen. Ich habe Tagebücher voll gekritzelt und immerfort Geschichten erfunden. Manchmal nachts in meinem Kopf. Ein anderes Mal erzählte ich eine Geschichte zum Einschlafen meinem Opa. Irgendwann begann ich auch kleine Geschichten aufzuschreiben.
Heute hatte ich plötzlich die Idee: Ich werde schreiben.
Ich schreibe einfach drauf los. So wie früher.
Ich will etwas erschaffen und wieso nicht das? Es ist etwas, was ich kann.
Naja, früher jedenfalls.
Ich probiere es einfach.
Ich habe beschlossen zu schreiben.
Dies ist der Anfang, eines Prozesses, an welchem Ende ich etwas erschaffen haben werde.
Es ist egal, was daraus wird.
Ich werde es tun.
Ich schreibe.
Irgendwie schreibe ich ja seit 1 Woche. Als es mir letzte Woche so schlecht ging, als die Nachricht über den Tod mich erreichte, habe ich doch auch genau das getan. Ich fing an diesen Blog zu schreiben.
Ich bin ganz aufgeregt. Ich werde schreiben. Keine Ahnung was, aber ich werde es tun.
Mein Entschluss steht fest.
Danke Opa.
Ich liebe Dich - für immer.
Ich schrieb, ich schreibe und ich werde schreiben,
vielleicht weiß ich morgen mehr, ich melde mich schriftlich ...
Adieu
Es war ein verrücktes Wochenende. Ich habe soviel geweint, wie in meinem ganzen Leben noch nicht.
Irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass ich alles beweinte, was mir jemals wiederfahren ist.
- meinen überstürzten Auszug von Zuhause
- die lange Trennung von meiner Familie
- die Erkrankung
- die abgebrochene Schwangerschaft
- die Trennung von Lars
Dieses Wochenende habe ich getrauert. Lang, feucht und tief.
Die nächsten Tage und Wochen werde ich versuchen zu akzeptieren und los zu lassen.
Es ist so heftig.
Gestern dachte ich, ich werde es niemals überleben. Diesen heißen, brennenden Schmerz und die erstarrende Erkenntnisse. Und heute?
Ich sitze hier mit Herzklopfen in meiner Schuhschachtel.
Mich hat mein Opa heute aus dem Jenseits geküsst. Aufgeweckt. Bereichert.
Er hat mir ein Geschenk gemacht.
Dieses kleine Geschenk hat so viel ausgelöst.
Ich kann etwas schaffen. Ich kann etwas vollbringen. Ich habe etwas zu geben.
In meiner Kinderzeit und Jugend habe ich es geliebt Geschichten zu erzählen. Ich habe Tagebücher voll gekritzelt und immerfort Geschichten erfunden. Manchmal nachts in meinem Kopf. Ein anderes Mal erzählte ich eine Geschichte zum Einschlafen meinem Opa. Irgendwann begann ich auch kleine Geschichten aufzuschreiben.
Heute hatte ich plötzlich die Idee: Ich werde schreiben.
Ich schreibe einfach drauf los. So wie früher.
Ich will etwas erschaffen und wieso nicht das? Es ist etwas, was ich kann.
Naja, früher jedenfalls.
Ich probiere es einfach.
Ich habe beschlossen zu schreiben.
Dies ist der Anfang, eines Prozesses, an welchem Ende ich etwas erschaffen haben werde.
Es ist egal, was daraus wird.
Ich werde es tun.
Ich schreibe.
Irgendwie schreibe ich ja seit 1 Woche. Als es mir letzte Woche so schlecht ging, als die Nachricht über den Tod mich erreichte, habe ich doch auch genau das getan. Ich fing an diesen Blog zu schreiben.
Ich bin ganz aufgeregt. Ich werde schreiben. Keine Ahnung was, aber ich werde es tun.
Mein Entschluss steht fest.
Danke Opa.
Ich liebe Dich - für immer.
Ich schrieb, ich schreibe und ich werde schreiben,
vielleicht weiß ich morgen mehr, ich melde mich schriftlich ...
Adieu
Samstag, 15. Juli 2017
Tag 7 / 30 - Dating-Wahnsinn
Hallo,
ich bin zurück. Es war gruselig.
Mein Bauchgefühl flüstert mir zu: "Dieser Abend will mir etwas sagen."
Normalerweise schreibe ich mich 4-7 Tage mit Männern, bis wir uns einig sind und uns treffen wollen.
Dieses Mal war es spontan. Ein Bild, zwei Nachrichten hin und her und...?
Flop. NEIN, das Wort klingt zu banal.
Totale Katastrophe.
Der Mann war mindestens zehn Jahre älter als auf dem Foto. Im Profil stand 43 Jahre. Das war definitiv gelogen.
Er wollte sich in einer dunklen Bar treffen. Ich weiß ehrlich nicht, wie ich dazu ja sagen konnte. Als ich dort ankam, mußte ich klingeln und wurde durch einen Sehschlitz von innen begutachtet.
Eine verlebte Blondiene in Strapsen und pinken High Heels ließ mich lächelnd in eine verqualmte heruntergekommende Bar ein.
Sofort wollte ich fliehen. Es saßen nicht nur nackte rauchende Männer auf Barstühlen, es knutschten auch einige Paare in Unterwäsche auf Sitzbänken und eines mitten auf der Mini - Tanzfläche.
Ein grau melierter Herr in aufgerissenen hellen Jeans und offenem Hemd kam grinsend auf mich zu.
"Na meine Schöne", hauchte seine Bierfahne in mein Gesicht. Es schüttelt mich jetzt noch bei dieser Erinnerung. Eckelhaft. Er stellte sich als Gerd vor. Das reichte. Eine MInute später saß ich wieder in meinem Auto. Komplett geschockt.
Was war das?
Ich fuhr wie in Trance zurück ins Haus meiner Eltern, schlich mich in den Keller - suchte mir eine Wein Flasche aus und schlich in mein Zimmer. Da sitze ich nun - seit nunmehr 2 Stunden und denke über mein Leben nach. Soll es das gewesen sein?
Alle zwei Wochen ein oder zwei One-Night-Stands?
Wieso reichte mir das scheinbar?
Es dauerte drei Gläser Wein und eine Schachtel Weinbrandbohnen, bis ich eine Ahnung entziffern konnte. Ich betrachtete sie eine Weile. Dann erschien sie mir erschreckend möglich.
Sie geht ungefähr so: weil die Angst vor echter Nähe, Liebe und dem Wunsch nach Kindern und Familie schlimmer wäre als diese provozierte Einsamkeit.
#wie krass.
Ich habe inzwischen die Flasche geleert und die Weinbrandbohnen sind ebenfalls aufgefuttert. Ich bräuchte theoretisch eine happy hour. Das selbe nochmal. Nachschub, bevor ich fähig werde eine weitere Erkenntnis aufzuschreiben. Das Problem könnte aber sein, dass ich dann nicht mehr in der Lage sein werde, noch Tasten zu treffen und Sätze zu formen.
Ich hatte mir selbst versprochen alles zu fühlen und jede Erkenntnis anzunehmen, die sich mir in den nächsten Tagen zeigt.
Also?
Mir ist gerade klar geworden, dass ich die letzte Frau Fabian sein werde, die meine Familie jemals hervorbrachte.
Mein Opa hatte keine Geschwister mehr. Die Familie meiner Oma, die ich nie kennenlernen durfte, wurde im Krieg getrennt und ihre Geschwister sind nach Amerika ausgewandert.
Mein Vater wurde adoptiert und seine Eltern waren sehr alt und bereits vor meiner Geburt verstorben.
Meine Mutter war Einzelkind. Ich bin es ebenfalls geblieben.
Die Summer dieser Gleichung: Ich Dora Nora Fabian bin die letzte meiner Art.
#wie krass.
Meine Kinderlosigkeit ist der Abschied meiner Familie von diesem Planeten.
#wie krass
Adiós
ich bin zurück. Es war gruselig.
Mein Bauchgefühl flüstert mir zu: "Dieser Abend will mir etwas sagen."
Normalerweise schreibe ich mich 4-7 Tage mit Männern, bis wir uns einig sind und uns treffen wollen.
Dieses Mal war es spontan. Ein Bild, zwei Nachrichten hin und her und...?
Flop. NEIN, das Wort klingt zu banal.
Totale Katastrophe.
Der Mann war mindestens zehn Jahre älter als auf dem Foto. Im Profil stand 43 Jahre. Das war definitiv gelogen.
Er wollte sich in einer dunklen Bar treffen. Ich weiß ehrlich nicht, wie ich dazu ja sagen konnte. Als ich dort ankam, mußte ich klingeln und wurde durch einen Sehschlitz von innen begutachtet.
Eine verlebte Blondiene in Strapsen und pinken High Heels ließ mich lächelnd in eine verqualmte heruntergekommende Bar ein.
Sofort wollte ich fliehen. Es saßen nicht nur nackte rauchende Männer auf Barstühlen, es knutschten auch einige Paare in Unterwäsche auf Sitzbänken und eines mitten auf der Mini - Tanzfläche.
Ein grau melierter Herr in aufgerissenen hellen Jeans und offenem Hemd kam grinsend auf mich zu.
"Na meine Schöne", hauchte seine Bierfahne in mein Gesicht. Es schüttelt mich jetzt noch bei dieser Erinnerung. Eckelhaft. Er stellte sich als Gerd vor. Das reichte. Eine MInute später saß ich wieder in meinem Auto. Komplett geschockt.
Was war das?
Ich fuhr wie in Trance zurück ins Haus meiner Eltern, schlich mich in den Keller - suchte mir eine Wein Flasche aus und schlich in mein Zimmer. Da sitze ich nun - seit nunmehr 2 Stunden und denke über mein Leben nach. Soll es das gewesen sein?
Alle zwei Wochen ein oder zwei One-Night-Stands?
Wieso reichte mir das scheinbar?
Es dauerte drei Gläser Wein und eine Schachtel Weinbrandbohnen, bis ich eine Ahnung entziffern konnte. Ich betrachtete sie eine Weile. Dann erschien sie mir erschreckend möglich.
Sie geht ungefähr so: weil die Angst vor echter Nähe, Liebe und dem Wunsch nach Kindern und Familie schlimmer wäre als diese provozierte Einsamkeit.
#wie krass.
Ich habe inzwischen die Flasche geleert und die Weinbrandbohnen sind ebenfalls aufgefuttert. Ich bräuchte theoretisch eine happy hour. Das selbe nochmal. Nachschub, bevor ich fähig werde eine weitere Erkenntnis aufzuschreiben. Das Problem könnte aber sein, dass ich dann nicht mehr in der Lage sein werde, noch Tasten zu treffen und Sätze zu formen.
Ich hatte mir selbst versprochen alles zu fühlen und jede Erkenntnis anzunehmen, die sich mir in den nächsten Tagen zeigt.
Also?
Mir ist gerade klar geworden, dass ich die letzte Frau Fabian sein werde, die meine Familie jemals hervorbrachte.
Mein Opa hatte keine Geschwister mehr. Die Familie meiner Oma, die ich nie kennenlernen durfte, wurde im Krieg getrennt und ihre Geschwister sind nach Amerika ausgewandert.
Mein Vater wurde adoptiert und seine Eltern waren sehr alt und bereits vor meiner Geburt verstorben.
Meine Mutter war Einzelkind. Ich bin es ebenfalls geblieben.
Die Summer dieser Gleichung: Ich Dora Nora Fabian bin die letzte meiner Art.
#wie krass.
Meine Kinderlosigkeit ist der Abschied meiner Familie von diesem Planeten.
#wie krass
Adiós
Freitag, 14. Juli 2017
Tag 6 / 30 - Beerdigung
Hallo,
es ist überstanden. Wir haben ihn beerdigt und es war gut.
Ich bin selbst ganz überrascht wie friedlich und ruhig alles ablief. Der Pfarrer war sehr freundlich. Er hielt eine wirklich positive Rede und ließ kaum etwas gutes unerwähnt. Mein Opa war ein Held - könnte man denken.
Da die Worte aber nur fünf Menschen gehört haben, bleibt er nur unser Held. Ein heimlicher Held. Wie viele unentdeckte Helden es wohl gibt auf dieser Welt?
Am Grab zwitscherten Vögel. Ich habe leise geweint. Kein Vergleich zu dem Abend davor.
Unglaublich - aber es war okay.
Das was mich bestürzt ist die Tatsache, dass meine Mutter kaum da ist. Sie wandelt wie eine Untote herum. Sie sieht durch mich hindurch. Sie greift neben Gläser und Tassen und wirkt, als wäre sie gar nicht da.
Sie stellt mechanisch Fragen ohne Antworten zu erwarten. Wenn ich sie so ansehe, wirkt sie, als hätte sie eine Schock Reaktion. Blass und übermüdet glaubt man, sie klappt gleich ohnmächtig zusammen.
Das übliche Kaffetrinken nach einer Beisetzung war deshalb auch grauenhaft. Während der Zermonie waren noch zwei andere Frauen anwesend. Danach nur Papa, ich und sie. Ein Geist, anstelle meiner mutter versuchte uns zu unterhalten. Viel zu viele belegte Brötchen, Kuchen und Kaffee war aufgefahren worden in dem gemütlichen kleinen Kaffee. Wen hatte sie erwartet. Opa lebte seit über zehn Jahren in der Seniorenwohngemeinschaft. Er hat bisher alle überlebt.
Bei den letzten Neueinzügen machte er sich nicht mal mehr die Mühe sich die Namen zu merken.
"Die sterben doch sowoeso bald.", pflegte er zu sagen. Es klang nicht abwerten. Nein. Eher so, als würde er seine letzten Tage nicht mit Dingen vollstopfen, die ihn nicht interessierten. Mich hingegen fragte er immer aus. Wirklich immer. Ich besuchte ihn meist Freitag am Nachmittag. Er liebte Rumkugeln und ich hatte meine Quellen in einer Bäckerei am Stadtrand. Es war unser Ritual. Nur wir beide und die riesiegen in Kakao gewälzte Rumkugeln. Ich eine. Er zwei. Jede zweite Woche.
Heute ist auch Freitag. Ein Freitag ohne Rumkugeln. Aber vielleicht nicht ohne Rum? Ich werde nachher nochmal ins Wohnzimmer gehen und sehen, was meine Eltern treiben.
Jetzt muss ich aber mal online gehen. Üblicherweise treffe ich mich an einem Freitag Abend und an dem Samstag Abend mit einem Mann. Einem heißen Mann, wenn es gelingt ihn mit meinen Fotos und Worten von mir zu überzeugen. Ich brauche das. Alle zwei Wochen Sex mit einem Typen, den ich dann nie wieder sehe.
Ich brauche dass, wie Opa seine Rumkugeln.
Ob ich diese Gewohnheit mal überdenken sollte?
Vielleicht nachher. Jetzt checke ich erstmal meine Emails.
also,
vielleicht morgen mehr...
Adieu
es ist überstanden. Wir haben ihn beerdigt und es war gut.
Ich bin selbst ganz überrascht wie friedlich und ruhig alles ablief. Der Pfarrer war sehr freundlich. Er hielt eine wirklich positive Rede und ließ kaum etwas gutes unerwähnt. Mein Opa war ein Held - könnte man denken.
Da die Worte aber nur fünf Menschen gehört haben, bleibt er nur unser Held. Ein heimlicher Held. Wie viele unentdeckte Helden es wohl gibt auf dieser Welt?
Am Grab zwitscherten Vögel. Ich habe leise geweint. Kein Vergleich zu dem Abend davor.
Unglaublich - aber es war okay.
Das was mich bestürzt ist die Tatsache, dass meine Mutter kaum da ist. Sie wandelt wie eine Untote herum. Sie sieht durch mich hindurch. Sie greift neben Gläser und Tassen und wirkt, als wäre sie gar nicht da.
Sie stellt mechanisch Fragen ohne Antworten zu erwarten. Wenn ich sie so ansehe, wirkt sie, als hätte sie eine Schock Reaktion. Blass und übermüdet glaubt man, sie klappt gleich ohnmächtig zusammen.
Das übliche Kaffetrinken nach einer Beisetzung war deshalb auch grauenhaft. Während der Zermonie waren noch zwei andere Frauen anwesend. Danach nur Papa, ich und sie. Ein Geist, anstelle meiner mutter versuchte uns zu unterhalten. Viel zu viele belegte Brötchen, Kuchen und Kaffee war aufgefahren worden in dem gemütlichen kleinen Kaffee. Wen hatte sie erwartet. Opa lebte seit über zehn Jahren in der Seniorenwohngemeinschaft. Er hat bisher alle überlebt.
Bei den letzten Neueinzügen machte er sich nicht mal mehr die Mühe sich die Namen zu merken.
"Die sterben doch sowoeso bald.", pflegte er zu sagen. Es klang nicht abwerten. Nein. Eher so, als würde er seine letzten Tage nicht mit Dingen vollstopfen, die ihn nicht interessierten. Mich hingegen fragte er immer aus. Wirklich immer. Ich besuchte ihn meist Freitag am Nachmittag. Er liebte Rumkugeln und ich hatte meine Quellen in einer Bäckerei am Stadtrand. Es war unser Ritual. Nur wir beide und die riesiegen in Kakao gewälzte Rumkugeln. Ich eine. Er zwei. Jede zweite Woche.
Heute ist auch Freitag. Ein Freitag ohne Rumkugeln. Aber vielleicht nicht ohne Rum? Ich werde nachher nochmal ins Wohnzimmer gehen und sehen, was meine Eltern treiben.
Jetzt muss ich aber mal online gehen. Üblicherweise treffe ich mich an einem Freitag Abend und an dem Samstag Abend mit einem Mann. Einem heißen Mann, wenn es gelingt ihn mit meinen Fotos und Worten von mir zu überzeugen. Ich brauche das. Alle zwei Wochen Sex mit einem Typen, den ich dann nie wieder sehe.
Ich brauche dass, wie Opa seine Rumkugeln.
Ob ich diese Gewohnheit mal überdenken sollte?
Vielleicht nachher. Jetzt checke ich erstmal meine Emails.
also,
vielleicht morgen mehr...
Adieu
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